Hilfe! Florian Silbereisen wird Traumschiff-Kapitän!

„Florian Silbereisen wird Traumschiff-Kapitän!“
Diese Schlagzeile der „Bild“ ließ mich heute morgen aus meinem Winterschlaf aufschrecken.
Florian Silbereisen!? Warum?!
Sein Vorgänger, Sascha Hehn, hatte sich zumindest seit Jahrzehnten um die Deutsche Fernsehkultur verdient gemacht.
Er hatte als Softporno Darsteller begonnen (besonders sehenswert sind 1972 „Schulmädchen-Report. 4. Teil: Was Eltern oft verzweifeln läßt“ oder 1973 „Schulmädchen-Report. 6. Teil: Was Eltern gern vertuschen möchten“ und 1978 „Hausfrauen-Report 6. Teil: Warum gehen Frauen fremd?“ ).
In den 80er Jahren ging es mit Sascha Hehn noch steiler bergauf: es folgten erfolgreiche Jahre als Chefsteward Victor auf dem „Traumschiff„. Er gab den Chefarztsohn in der „Schwarzwaldklinik“ und kehrte schließlich als Kapitän Victor zum „Traumschiff“ zurück.
Das nenne ich eine bemerkswerte Karriere!
Aber Florian Silbereisen?
Was kann dieser akkordeonspielende Volksmusik-Gremlin der ARD schon fernsehkulturell vorweisen? Sicher, er wurde 2017 in der Tansania-Episode zum Offizier befördert. Die Journalistin Antje Hildebrandt schrieb dazu, Silbereisen sei der “ stufenlos verstellbare Prototyp des Lieblingsschwiegersohns der Nation, der immer so entrückt lächelt, als sei ihm im Traum gerade der Herrgott begegnet oder die Helene.“
Aber sonst?

Das „Traumschiff“ ist für die Deutsche Fernsehkultur viel zu wichtig, um es einem Kreuzfahrtfrischling wie Florian Silbereisen zu überlassen!
Es ist nicht nur Abklingbecken für im ZDF verstrahlte und gealterte Schauspieler, die auf dem ZDF Dampfer einige Wochen in der Wärme verbringen dürfen. Es zeigt vielmehr der Deutschen Fernsehnation, dass Fernweh nichts Böses und die Fremde doch irgendwie Deutsch ist.
Es wird geliebt auf dem „Traumschiff“, aber nicht zu sehr, es wird gestritten, aber nicht zuviel. Manchmal wird gestohlen und betrogen.
Das „Traumschiff“ sagt uns: es mag zwar überall auf der Welt Probleme und Nöte geben, aber die lösen sich – wie in Heimatromen üblich – nach einigem Hin-und-Her in Wohlgefallen auf. Spätestens beim „Käptensdinner“, wenn der Kapitän die Moral der Reise in wenige Worte zusammenfaßt, ist die Welt wieder in Ordnung.

Andererseits – je länger ich darüber nachdenke – ist das „Traumschiff“ DAS Symbol der geistigen Unterforderung im Deutschen Fernsehen. Insofern ist Florian Silbereisen als Kapitän keine schlechte Wahl.
Also lege ich die rechte Hand an meine imaginäre Matrosenmütze und rufe ihm zu: „Aye, aye, Käpt’n!“

3 Kommentare zu „Hilfe! Florian Silbereisen wird Traumschiff-Kapitän!

  1. Erschreckt hat mich das nicht. Mich interessiert nur das Meer, in dem das Schiff schwimmt und die Länder, vor denen es ankert … wenn ich es überhaupt mal mitbekomme, dass es gerade im TV läuft. An dem Meer hast du ja sicher nichts auszusetzen, oder? 🙂

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